Die Geschichte der Gemeinde
Die Anfangszeiten
Als Gründer unserer Gemeinde kann im Wesentlichen der geborene Holländer und Architekt Hendrik Schuring angesehen werden. Am Himmelfahrtstag, dem 17.Mai 1903, kamen er und seine Frau mit drei weiteren Geschwistern zu einer ersten Versammlung zusammen. Schon zwei Monate später mieteten sie einen Raum im Ravensberger Hof, der ca. 100 Personen fasste. Es fanden die ersten Versammlungen in diesen Räumlichkeiten statt. Im Jahr 1910 schloss sich die Bielefelder Gemeinschaft dem Gemeinschaftsverband Mülheim / Ruhr an. In den folgenden Jahren wird die Gemeinde weiter von Hendrik Schuring geleitet. Es werden Evangelisationen durchgeführt und das Gemeindeleben ist geprägt von einer demütigen Haltung gegenüber Gott und einer Sehnsucht, Gott dienen zu dürfen. So schrieb Hendrik Schuring im Jahre 1919 Folgendes nieder: "Vorhin bekam ich die Worte, dass der HERR mich jetzt nehmen und ausrüsten würde, wie es mein Wunsch ist, um mich mit Kraft aus der Höhe zum Zeugen zu stellen. Ja, ich möchte ein Zeuge sein der Wahrheit. Die Wahrheit ist so einfach und völlig in Jesus Christus." Anfang der dreißiger Jahre bezog die Gemeinde dann Räumlichkeiten der Ravensberger Kohlenhandlung. In den dreißiger Jahren kamen zum Predigtdienst auch Brüder aus der Umgebung und Kontakte zu anderen Gemeinden wurden intensiv gepflegt, was zu einem geistlichen Wachstum führte. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Haus der Ravensberger Kohlenhandlung in der Elsa-Brandström-Straße derart beschädigt, dass man sich bis auf weiteres wieder in den eigenen Häusern versammelte und auch Räumlichkeiten der Hamfeldschule und der Cecilienschule wurden vorübergehend genutzt. 1946 verstarb Hendrik Schuring und Bruder Karl Starr übernahm die Gemeindeleitung, der aber nach kurzer schwerer Krankheit 1949 heimging. So waren die Nachkriegsjahre für unsere Gemeinde in vielerlei Hinsicht keine einfache Zeit. Dennoch wurde die Gemeinde auch in dieser Zeit von Gott getragen, und immer wieder ermutigt, z.B. dadurch dass Geschwister aus den Ostgebieten sich der Gemeinde anschlossen.
Die 50er Jahre
In den fünfziger Jahren wurde das Gemeindeleben in vielen Bereichen stark erweitert. Seit dem Herbst 1951 fanden sich Sängerinnen und Sänger zusammen, die Chorlieder übten um die Gottesdienste zu bereichern. Der Beginn dieser Chorarbeit hat die Gemeinde in den folgenden Jahren sehr stark geprägt. So entwickelten sich regelmäßige Singen in Krankenhäusern, in Altenheimen und Gefängnissen. Man besorgte sich eine Genehmigung, um am Ewigkeitssonntag auf Friedhöfen Trostlieder singen zu dürfen. Das große Engagement, die Dienstbereitschaft und Liebe zu den Menschen in Bielefeld konnte man der Gemeinde abspüren. Im Jahre 1953 wurde auch mit der Jugendarbeit und mit der Kinderarbeit begonnen. Ebenfalls im Jahr 1953 wurde ein Büchertisch eingerichtet, der das Gemeindeleben bereicherte. Die Gemeindeleitung wurde von Otto Oehlke übernommen. Bruder Oehlke selber kam mit seiner Frau 1946 aus Oberschlesien, wo er schon bis zum Krieg in unserem Gemeinschaftsverband ehrenamtlich mitgewirkt hat. 1959 konnte in Bielefeld ein bis dahin gewerblich genutzter Raum im Waldhof 7 angemietet werden. Die Gemeinde wurde dort auch schnell heimisch. Mit viel Eigenleistung und etlichen Sachspenden wurde der Raum hergerichtet und die Gemeinde war froh, endlich wieder eine Heimat zu haben. In den fünfziger Jahren bildeten sich auch sogenannte "Außenstationen", einige kleine und kleinste Gemeinden und Kreise, die geistlich und auch seelsorgerlich von Bielefeld aus bis in die siebziger Jahre betreut wurden. So kamen Christen in Bünde, Detmold, Exter und einigen anderen Orten zusammen. All diese Arbeit wurde ehrenamtlich verrichtet, die Gemeinde hatte zu dieser Zeit noch keine hauptamtlichen Mitarbeiter und auch keinen ausgebildeten Pastor.
Die 60er Jahre
Auch die sechziger Jahre können wieder als sehr turbulent bezeichnet werden, aber auch hier wurde Gottes Gnade in vielen Dingen sichtbar und die Gemeinde kann auch auf diese Zeit dankbar zurückschauen. 1961 wurde der erste hauptamtliche Bruder eingesegnet. Hermann Böttcher betreute für einige Jahre nicht nur die Gemeinde in Bielefeld, sondern den ganzen Bezirk. 1964 wurde Bruder J. Gassen zum Gemeindeleiter berufen. 1965 zog die Gemeinde erneut um und am Buß- und Bettag konnte das Gemeindehaus in der August-Schröder-Straße unter großer Anteilnahme eingeweiht werden. Auch hier wurden wieder von der Gemeinde große Opfer gebracht, denn es musste so einiges renoviert und Anschaffungen getätigt werden. 1966 wurde gemeinsam mit der Evangelischen Allianz und dem Janz Team ein "Feldzug für Christus" in Bielefeld durchgeführt. Abend für Abend kamen viele Menschen in einem Zelt zusammen. Dieses war eine große Ermutigung für die Gemeinde und ein besonderer Segen lag auf der guten Zusammenarbeit verschiedener Bielefelder Gemeinden. Auch fand in diesem Jahr ein Jugendtreffen mit dem damaligen Präses des Mülheimer Verbandes, Dr. Meissner, statt. Über hundert Jugendliche nahmen daran teil, Essen gab es in der Kaserne und übernachtet wurde in de Jugendherberge. Auch in den sechziger Jahren wurde mit Wortverkündigung in benachbarten Orten wie Exter, Detmold, Ennigloh, Bad Oeynhausen, Münster, Herford und Diekbrock fortgefahren. Der Gemeindechor traf sich oft mit Sängerinnen und Sängern des Missionschores der Petrigemeinde.
Die 70er Jahre
Die siebziger Jahre verbrachte die Gemeinde komplett in der August-Schröder-Straße. Dennoch war auch diese Zeit immer wieder geprägt von Gedanken an ein eigenes Gemeindehaus. Aber die Zeit war noch nicht gekommen. Die Gemeindearbeit wuchs weiter und so wurde 1972 mit der Jungschararbeit begonnen und 1975 gründete sich der Jugendchor, der neben dem gemischten Chor der Gemeinde ebenfalls viele Dienste übernahm. 1975 kam es zu einem Gemeindeleitungswechsel und die Brüder W. Bandemer und G. Grewe übernahmen gemeinsam die Gemeindeleitung. Ebenfalls 1975 wurde der Diakon Manfred Pohl eingestellt, der für die Gemeinde in Bielefeld und Osnabrück zuständig war und in Bielefeld einige Jahre seinen Arbeitsschwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit hatte. 1977 übernahm dann Hermann Böttcher die Gemeindeleitung, er führte die Gemeinde bis 1986. Weiter war auch in dieser Zeit ein großes Anliegen der Gemeinde für die Stadt zu verspüren. So engagierten sich viele Gemeindemitglieder sehr stark, vor allem die Chöre traten immer wieder in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Orten auf. 1978 bei einer Großevangelisation mit Anton Schulte an der Radrennbahn kamen einige Menschen zum Glauben, und auch diese Veranstaltung bereicherte das Gemeindeleben. Gemeinsam mit der Evangelischen Allianz hatte man diese Evangelisation geplant und durchgeführt. Gegen Ende der siebziger Jahre kamen immer wieder Gedanken über ein eigenes Gemeindegebäude auf, da sich die Gemeinde bisher nur in gemieteten Räumen getroffen hatte.
Die 80er Jahre
1982 war es dann endlich soweit. Die Gemeinde kaufte ihr erstes eigenes Gemeindehaus im Bolbrinkersweg 29. Um dort ein Gemeindeleben zu ermöglichen musste das Haus allerdings erst einmal umgebaut werden, was in den folgenden drei Jahren unter großem Arbeitseinsatz vieler Mitglieder und Freunde der Gemeinde geschah. In diesen Jahren konnten die Gemeindeveranstaltungen nur teilweise durchgeführt werden und der erste Gottesdienst fand am 3. Juli 1983 im Jungscharraum im Keller des Gebäudes statt. Im Jahre 1982 wurde Gerhard Fetting für zwei Jahre als Diakon in unserer Gemeinde eingestellt. Sein Schwerpunkt war die Kinder- und Jungschararbeit. 1984 wurde mit der Teestube begonnen, ein missionarisch ausgerichteter Treffpunkt für junge Leute in unserer Gemeinde. Die Teestube zog viele junge Menschen an und viele bis heute andauernde Kontakte wurden geschlossen. Neben den Teestuben-Abenden wurden auch Freizeiten und andere Aktivitäten geplant. Mitte der achtziger Jahre lag der sonntägliche Gottesdienstbesuch bei ungefähr 45 Personen. Die Bibelstunde in der Woche wurde von durchschnittlich fast dreißig Leuten besucht. In den Jahren 1985 bis 1988 bereicherte Wolfgang Klippert von der Bibelschule Brake die Abende sehr. Im Oktober führte die Gemeinde eine Evangelisation mit Wolfgang Klippert durch. Nach der langen Bauphase hatte die Gemeinde ein großes Bedürfnis nach Gemeinschaft und so fand 1986 die erste Gemeindefreizeit in Gartow statt, einem kleinen Ort an der Elbe im schönen Wendland. 1989 wurde Christoph Müller zunächst als Diakon, später dann als Pastor, in unserer Gemeinde eingestellt. Dieses war ein großer Glaubensschritt, denn die monatlichen Belastungen waren sehr hoch. Aber Gott hat für uns gesorgt.
Die 90er Jahre bis heute
Zu Beginn der neunziger Jahre wuchs die Gemeinde stark an und schon 1992 stieg der durchschnittliche Gottesdienstbesuch auf über 100 Besucher an. 1994 wurde es dann so eng, dass sonntags zwei Gottesdienste hintereinander angeboten wurden. Unter der Gemeindeleitung von Gerd Knuth in den Jahren 1991 bis 1995 wurde auch mit der Hauskreisarbeit begonnen; zeitweise gab es bis zu 19 Hauskreise mit insgesamt ungefähr 150 Mitgliedern. Die Hauskreise waren eine Hilfe dafür, dass in einer doch inzwischen großen Gemeinde ein familiärer Rahmen geschaffen werden konnte. 1995 wurde mit den "Royal Rangern", einer christlichen Pfadfinderarbeit, begonnen. Dort treffen sich bis heute wöchentlich Kinder im Alter von 9 bis 16 Jahren in Pfadfindergruppen. Viele gemeindefremde Kinder bekamen und bekommen so Kontakt zur Gemeinde. 1997 wurde ein "Christliches Männertraining" durchgeführt, viele Männer ließen sich dort von Gott ansprechen. Gegen Ende der neunziger Jahre platzte das Gemeindehaus am Bolbrinkersweg aus allen Nähten und wieder war man auf der Suche nach Lösungen. 1998 wechselte Pastor Christoph Müller nach neuen Jahren Dienst zu einer anderen Gemeinde und Olaf Stratmann wird befristet für drei Jahre als Gemeindehelfer eingestellt. Nachdem das Amt des Gemeindeleiters mehrere Jahre nicht besetzt war, übernahm Fred Klinger 2001 dieses Amt. In diesem Jahr konnten wir ein neues Gemeindehaus in der Herforder Straße 153 erweben und das Haus im Bolbrinkersweg an eine andere christliche Gemeinde verkaufen. In der Zeit vom Oktober 2001 bis 2003 begleitete Dirk Waldmann die Gemeinde, indem er in Bielefeld sein Vikariat absolvierte. Zur Zeit hat die Gemeinde 110 Mitglieder und einen Gottesdienstbesuch von ca. 140 Personen.

